Relativieren

In: Nachdenkliches Von: spocket

11 Sep 2006

Heute jährt sich der Anschlag auf das WTC zum fünften Jahr. Für den Medienzirkus ein gefundenes Fressen – wo man im Zeitungskiosk auch hinblickt, das Bild des Anschlags auf den Titelseiten und man gedenkt der 3000 Menschen, die an diesem Tag ihren Tod fanden.

3000 Menschenleben – tragisch. Auf der anderen Seite: 30.000 Kinder, die täglich sterben. Davon ca. die Hälfte an Folgen der Unterernährung (Link, zwar 2 Jahre alt, aber ich fürchte es hat sich wenig geändert), aber höchstens einem Bruchteil an Medienpräsenz. Tschuldigung, aber ist das vielleicht weniger tragisch, weil es nicht so spektakuläre Bilder liefert und leider – im wahrsten Sinne des Wortes – alltäglich ist?

Mit verhungernden Kindern in Afrika kann man natürlich auch keine Gesetze begründen, die es ermöglichen mir beim Nase pobeln am Bahnhof zuzuschauen (während ich auf triebfahrzeuggeschädigte Züge warte). Vielleicht einfach das Geld für all die Videokameras für diese Probleme einsetzen!?

2 Antworten to Relativieren

Sebi

September 12th, 2006 at 21:22

Die Sache ist doch ganz einfach… würden die vor hunger sterbenden Kinder in Afrika auf unseren Bahnhöfen Koffer mit Sprengsätzen stehen lassen würden sie auch mehr Beachtung finden. Aber so lange sie in ihrem Land sterben ist unser Leben erstmal nicht bedroht und somit die Story für die hiesigen Medien nicht zu gebrauchen…

spocket

September 13th, 2006 at 01:18

mmmhh – vielleicht ein Spendenkonto, um denen Flug und Bombe zu finanzieren?

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